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Energiecontrolling – Strategien für effektives Energiemanagement

Energiecontrolling – Strategien für effektives Energiemanagement

Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimaabkommens von Paris und den instabilen Strompreisen und Abgaben auf Energie, sind Unternehmen dazu aufgehalten, ihren Energiehaushalt zu überdenken.
Energiecontrolling ist das Schlagwort – ein Begriff, der in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist. Lesen Sie hier, für wen sich Energiecontrolling lohnt und welche Regelungen es zu beachten gibt.

Den Energieverbrauch senken

Ziel des Energiecontrollings ist es, den Energieverbrauch im Unternehmen zu reduzieren, denn ein niedriger Energieverbrauch bildet die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Energiewirtschaft und einem Standhalten gegenüber der stets ansteigenden Konkurenzsituation.

Erreicht wird dies, durch die systematische Erfassung, Dokumentation und Analyse des Energieverbrauchs und der damit einhergehenden Kosten eines Unternehmens. Aus den aufgeneommenen Daten können dann Energieeffizienzmaßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden.

Der Verbrauch eines Gebäudes oder einer Anlage wird dabei in einem angemessenen Intervall(von jährlich bis minütlich)aufgenommen, um auf gegebenenfalls vorhandenen übermäßigen Verbrauch schnell eingehen zu können. Es wird grundsätzlich zwischen zwei Methoden der Datenerfassung unterschieden.

Bei der manuellen Erfassung werden die Zählerstände manuell abgelesen, um die Werte anschließend an einen Administrator weiter zu geben, der diese dann zusammenfasst und auswertet. Alternativ zum Zähler wird in manchen Fällen die Verbrauchsrechnung vom Versorger herangezogen.

Die automatische Erfassung hingegen ermöglicht eine Fernübertragung der Daten vom Verbrauchszähler an einen Zentralrechner, die entweder in regelmäßigen, festgelegten Abständen erfolgt, oder sogar kontinuierlich in Echtzeit.

Je nach Unternehmensgröße und Ziel des Energiecontrollings, können unterschiedliche Herangehensweisen sinnvoll sein. Die automatische Erfassung hat zum Vorteil, dass, nach einmaligen Installationskosten, die laufenden Kosten niedrig sind. Zudem können Daten detaillierter und schneller weitergegeben werden, als bei der manuellen Erhebung, die eher für kleinere Datensätze geeignet ist. Zu welcher Lösung ein Unternehmen greift, sollte also vom Budget, Arbeitsaufwand, den eine Firma bereit ist zu investieren, und dem gewünschten Detaillierungsgrad, beziehungsweise der Häufigkeit der Messungen abhängen.

Wann Energiecontrolling Sinn macht

Großunternehmen, mit mehr als 250 Mitarbeitern oder einem Jahresumsatz von über 50 Mio. Euro oder Unternehmen des produzierenden Gewerbes, welche von Steuervergünstigungen nach Spitzenausgleich oder besondere Ausgleichsregelungen profitieren möchten sind verpflichtet ihren Energieverbrauch regelmäßig durch ein Effizienzsystem überprüfen zu lassen.

Eine Möglichkeit hierbei ist das Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001, dem internationalen Standard für Energieeffizienz.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kommen diese Systeme nur auf freiwilliger Basis zum Einsatz.

Energieaudits für KMU , sprich Beratungen zum Energieverbrauch durch einen Experten, dem Auditor, werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), durch Fördermittel finanziert und können, je nach Fall, auch die Kosten für Beratungen, Mitarbeiterschulungen, Zähler etc. enthalten. Analog gibt es Förderprogramme für die etwas aufwendigere Einführung eines Energiemanagementsystems.

Ein geschicktes Energiecontrolling sollte somit ein fester Bestandteil in einem  Effizienzsystem den Energieverbrauch und damit auch die Ausgaben eines Unternehmens reduzieren und sollte daher trotzdem frühzeitig in Erwägung gezogen werden.

Der absolute Energieverbrauch reicht jedoch als Mittel zur Bewertung der Energieeffizienz eines Unternehmens nur selten aus, da andere Faktoren, wie die Anzahl der Mitarbeiter oder die Produktionsmenge, berücksichtigt werden müssen. Daher sollte eine erfolgreiche Analyse geeignete Kennzahlen (wie zum Beispiel der spezifische Energieverbrauch, oder der Anteil des Energieverbrauchs eines Prozesses am Gesamtenergieverbrauch) berücksichtigen, um Vergleiche und Trends richtig einschätzen oder die eigene Energieeffizienz mit anderen Unternehmen der gleichen Branche vergleichen zu können.

Der Prozess der Energieanalyse

Die, je nach Fall manuell oder automatisch erfassten, Daten werden genaustens untersucht, um festzustellen, welche Bereiche im Unternehmen den größten Energieverbrauch aufweisenMit hoher Wahrscheinlichkeit Liegen dort auch die größten Einsparpotentiale liegen. Dafür werden der Energieverbrauch, die Leistungs- und Anschlussdaten, sowie die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ausgewertet und anschließend in der Feinanalyse detailliert untersucht, um die richtigen Maßnahmen zur Energie- und Kosteneinsparung zu treffen.

Damit die Hauptverbraucher und eventuelle Energieverluste schnell erkannt werden können, ist es wichtig eine geeignete Visualisierung zu wählen, wofür sich Diagramme, oder in Soft- und Hardware-basierten Energiedatenerfassungssystemen bereits installierte Programme, eignen.

Fehlt die Expertise, Kenntnisse aus diesen Daten zu ziehen sollte unbedingt ein erfahrener Energieauditor zur Hilfe gezogen werden. Im Hintergrund eines Energieaudits, wo Umfang und  Ziele der Analyse in einem ersten Schritt aufgenommen wurden, liegt eine der Hauptaufgaben des Auditors Die gesammelten Daten systematisch auszuwerten. Diese Analyseühase dient als fester Bestandteil eines Audits zur Schaffung von Transparenz in Bezug auf den Energieverbrauch.

Der abschließende Audit-Bericht sollte den Hintergrund der Analyse, eine Zusammenfassung der Ergebnisse, die Dokumentation des Energieaudits und eine Liste der Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz des Kunden enthalten. In der fest eingeplanten Abschlussbesprechung werden neben der Übergabe des Berichtes noch sonstige Fragen auf Seiten der Firma und das weitere Vorgehen geklärt.

Smart Meter und Co – welche Regelungen zu beachten sind

Die bereits genannten Energiemanagement-Programme können hilfreich bei der Analyse von Daten sein. Die Software kann den Arbeitsaufwand minimal halten, den Verbrauch übersichtlich darstellen und Reports verschicken, falls gewünscht sogar automatisch zu bestimmten Zeitpunkten.
Manche Systeme können den Datensatz auf Korrektheit überprüfen, bevor er weitergeschickt wird und im Falle eines Fehlers oder, wenn der Verbrauch über einen vorher festgelegten Wert steigt, einen Alarm absenden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Datensätze automatisch archiviert werden können, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse nicht verloren gehen können. Gute Programme lassen dem User offen mit Funktionen die Daten auszuwerten, sodass zum Beispiel die aktuelle Gradtagzahl ermittelt werden, indem  die Raumtemperatur und Außentemperatur gemessen und verglichen wird.

Seit Anfang des Jahres ist der Einbau eines digitalen Messgeräts, dem so genannten Smart Meter, ab 10.000 kWh Stromverbrauch im Jahr verpflichtend. 2020 wird dieser Wert dann auf 6.000 kWh pro Jahr gesenkt werden.
Das Gerät ersetzt den alten Ferraris-Zähler und ermöglicht die Einsicht des Stromverbrauchs per App. Die Energieverbrauchs-Daten werden per Smart-Meter-Gateway gespeichert und reagieren in Echtzeit auf Veränderungen im Verbrauch, wodurch Kostentransparenz und effiziente Fehlerquellenanalyse garantiert, sowie Nachzahlungen vermieden werden sollen. Grundvoraussetzung hierfür ist natürlich, dass ein Interesse an den Daten besteht

Seit sich Unternehmen seit 2008 ihren Messstellenbetreiber (den Anbieter des Stromzählers) selbst aussuchen können, hat sich die Möglichkeit ergeben, vorher oftmals undurchsichtige Stromrechnungen, mit Systemen, wie dem Smart Meter zu ersetzen. Nach einmaligen Einbaukosten, kann sich das Gerät also schnell als Verbesserung zum alten erweisen.

Die seit Oktober 2012 existierende Norm DIN EN 16247-1 legt, nach europäischem Standard, die Anforderungen an Energieaudits fest. Regelungen bezüglich interner, sowie durch externe Dienstleister durchgeführter Audits lassen sich zum Beispiel hier bei Utlitywise finden.

 Der Nutzen von Energiecontrolling

Die Vorteile von Energiecontrolling liegen nicht nur auf administrativer Ebene, sondern lassen sich auch mit Hinblick auf die Energiewende begründen. Energieeffizienz und Umweltbewusstsein können dem Prestige der Firma zu Gute kommen und nebenbei einen Teil zum Umweltschutz beitragen. Ein frühes Handeln in Sachen Energieeffizienz macht also Sinn, ganz abgesehen von bereits vorher genannten Vorteilen, wie der Energiekostenreduzierung, des erhöhten Verbraucherbewusstseins und Transparenz.

Die Kosten des Energiecontrollings können je nach Unternehmen sehr unterschiedlich ausfallen – Kosten für Energiemanagementsysteme und Energieaudits können sich von unter 1.000 € bei einem kleinem Büro bis zu 100.000 Euro bei Großunternehmen belaufen. Daher sollten eventuelle Fördermittel oder direkt ein Gespräch mit einem Energieauditor vereinbart werden. So können voraussichtliche Kosten, organisatorische Veränderungen oder Audit-Ausmaße von Anfang an geklärt werden.

 

Elaine Williams

von am Montag, den 21. August um 15.12