0621 379 090 72

Öffnungszeiten
Montag – Freitag
8:00 Uhr – 17:00 Uhr

Utilitywise Kundenservice
Tel: 0621 379 090 73

Produktionsindustrie: Energiesparen mit intelligenten Objekten

Produktionsindustrie: Energiesparen mit intelligenten Objekten

Elektronische Geräte können – dank des Internets – miteinander und mit uns kommunizieren. Diese Idee bringen die drei Buchstaben IdD („Internet der Dinge“) auf den Punkt. Der Vorteil „sprechender Objekte“ liegt auf der Hand. Der postmoderne Mensch gewinnt letztlich dank intelligenter Technik wieder die Kontrolle über die außer Kontrolle geratene Technik und damit auch über sein Business zurück.

Die „Internet-Hyperconnectivity“ hat in den letzten Jahren die verarbeitende Industrie dahingehend revolutioniert, dass Unternehmer zunehmend einen besseren Einblick in und eine bessere Kontrolle über die Herstellungsprozesse anstreben. Die Konsequenz ist eine nachweisbare Produktivitätssteigerung und eine Kostenminimierung.

Während des Überwachens technischer Geräte im Herstellungsprozess können Daten gesammelt werden, mit denen Planer und Manager das Leistungsspektrum der Produktionsprozesse besser verstehen. So können aber z.B. durch das IdD nicht nur chronisch auftretende Engpässe auf der Fertigungsstraße besser vermieden, sondern auch Quellen der Energie- und der Wasserverschwendung effizienter trockengelegt werden.

Dem IdD kommt in den Forschungslaboratorien der Industrie viel Aufmerksamkeit zuteil, denn dank neuer digitaler Sensoren können Produktionsleiter und Manager in den Fertigungsstätten mittels Tablets und Smartphones sich von den Produkten und Maschinen selbst mitteilen lassen, was als nächstes geschehen soll. Diese Technologie der vernetzten Produkte und Maschinen befindet sich noch im Anfangsstadium und dennoch haben bereits jetzt Hersteller unzählige Möglichkeiten, ihre Ausgaben durch das IdD zu senken und ihre Geräte und Herstellungsanlagen durch die Vernetzungs-Technologien für die Zukunft zu rüsten.

Digitale Sensoren gegen unnötige Energiekosten

Was im eigenen Haus die intelligente Bratpfanne ist, die sich selbst ausstellt, wenn das Steak knackig angebraten ist und damit vermeidbare Energiekosten senkt, können in der Business-Welt kleine Sensoren in Lastwagen sein, die – kombiniert mit vorausschauenden Geräten – einen technischen Fehler aufdecken, sobald dieser am Fahrzeug erscheint.

Das vernetzte System vereinbart dann automatisch einen Termin mit einer Werkstatt, die bereits auf der Fahrtroute des LKW liegt. Der Nebeneffekt ist, dass die Lieferfirma Zeit und erhebliche Benzinkosten spart, da Extra-Routen vermieden werden. Zudem kann das interaktive System selbsttätig am Ort benötigte Ersatzteile bestellen, wodurch wiederum Lieferzeit und Lieferenergiekosten gespart werden.

Mehr Selbstbestimmung bei Energieausgaben durch IdD

In Hinblick auf die reinen Maßnahmen für Unternehmen z.B. an den Fließbändern in einer Produktionshalle oder im eigenen Großraumbüro Energie zu sparen, ließe sich diese Liste endlos erweitern. Denn es ist klar, dass a.) weltweit die Energiekosten gesenkt werden müssen, und b.) Endverbraucher (noch) von den großen international vernetzten Stromnetzkonzernen und deren Preispolitik abhängig sind.

Letzteres wird sich kaum von heute auf morgen ändern, und umso mehr kommt deshalb den einzelnen Unternehmern (wie Privathaushalten) die Verantwortung zu, den eigenen Betrieb energieeffizienter zu gestalten. Und hier hilft das „Internet der Dinge“.

Internationale Hersteller, für die das Internet der Dinge eine große Rolle spielt:

  • Der US-amerikanische Konzern Harley-Davidson hat in seinem Werk in York die „Visual Factory“ konzipiert. Die Effizienz jedes Schrittes in der Herstellung wird überwacht, wodurch die Ausfallzeiten in der Produktion und damit die mögliche Energieverschwendung durch Maschinen, die während des Produktionsstillstands nicht ausgeschaltet werden, drastisch gesenkt werden konnten.
  • Zur besseren „Orchestrierung“ des weltweiten Produktionsnetzwerkes hat der Telekommunikationsgigant Cisco das “Virtual Manufacturing Execution System Platform“, kurz: VMES, entwickelt, mit dem jeder Herstellungsschritt in Echtzeit verfolgt und überwacht wird. Durch Clouds, Big Data Analysen und das IdD werden wertvolle Informationen der Maschinen gesammelt. So kann ein Großteil der Energie verschwendenden Engpässe in der Lieferkette beseitigt und die Produktivität gesteigert werden.
  • In der Fertigungsanlage von Siemens in Amberg werden 75% der Maschinen, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind, durch Computer gesteuert. Die hergestellten Elemente kommunizieren selbst per „elektronischem Code“ mit den Maschinen und teilen diesen mit, was mit ihnen als nächstes getan werden soll. Wiederum wird so die Ausfallrate an Maschinen durch Produktionsfehler und dadurch die Energiekosten verursachenden Leerlaufzeiten auf ein Minimum reduziert.

Neue Geschäftsmodelle mit Datengold

Ein weiterer revolutionärer Effekt, den die zunehmende Verbreitung des IdD hat, ist die radikale Umwälzung von traditionellen Geschäftsmodellen. Das US-Unternehmen „John Deere“ hat beispielsweise jahrzehntelang als Weltmarktführer im Bereich Landtechnik daran gearbeitet, die Traktoren für Landwirte profitabler herzustellen. 2012 hat das Unternehmen begonnen, mit Datenvernetzungssystemen zu arbeiten, wodurch die Landwirte mit Informationen darüber versorgt werden, wann sie welche Früchte am besten pflanzen, pflügen und ernten können. Zudem kann aufgrund dieser Daten berechnet werden, welche Routen für die Traktoren auf dem Feld die Energie-effizientesten und günstigsten sind.

Es zeigt sich, dass Daten, die durch intelligente Dinge wie Bratpfannen, Elemente einer Fertigungsstraße, LKW oder Traktoren gewonnen werden, das neue Gold im Wettbewerb um effizientere und weniger energieaufwändige Herstellungsmethoden sind.

Fazit

Der Zugriff auf Big Data durch das IdD spielt im Herstellungsprozess großer internationaler Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Dabei geht es nicht nur darum, durch schnellere Fertigungsverfahren sich einen zeitlichen Wettbewerbsvorteil zu sichern, sondern auch darum effizienter mit Ressourcen umzugehen, um Energiekosten zu drosseln. Das IdD kann ganz gravierend dabei helfen, in Supply-Chain-Management-Systemen die Verschwendung von Energiemedien wie Wasser, Strom, Erdgas, Wärme/Kälte, Kühlschmierstoffe etc. durch effiziente Fertigungssysteme zu reduzieren.

Vornehmlich steht bislang im Vordergrund der enorme Zeitgewinn den ein Unternehmen für sich beanspruchen kann, wenn es auf die Datenressourcen des IdD zurückgreift. Der strenge, in Zahlen nachweisbare Zusammenhang von Energieeffizienz und dem IdD ist bislang nur grob abschätzbar, wie auch das Fraunhofer-Institut in einer Untersuchung aufzeigt. Aber die nahe Zukunft wird präziser zeigen, dass das IdD ein essentielles nachweisbares Tool für die vermehrte Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen sein wird.

 

Elaine Williams

von am Montag, den 10. April um 13.29